Ratgeber Spanien

Auswandern nach Spanien — Der komplette Leitfaden

Spanien ist seit Jahrzehnten eines der beliebtesten Auswanderungsländer der Deutschen — über 140.000 leben offiziell dort, viele weitere pendeln, überwintern oder planen den Schritt. Wer es ernst meint, braucht mehr als Sonne und ein gutes Gefühl: Es gibt klare bürokratische Schritte, die in einer bestimmten Reihenfolge ablaufen sollten.

Brauche ich ein Visum?

Als EU-Bürger:in brauchst du kein Visum, um nach Spanien zu ziehen. Du darfst dich frei aufhalten und arbeiten. Wer länger als 90 Tage bleibt, muss sich allerdings als EU-Bürger:in registrieren lassen und eine NIE-Nummer beantragen — die spanische Steueridentifikationsnummer für Ausländer:innen.

NIE-Nummer: der erste Schritt

Die NIE (Número de Identidad de Extranjero) brauchst du für fast alles: Wohnung anmieten, Konto eröffnen, Auto kaufen, Verträge abschließen. Beantragt wird sie bei der Policía Nacional in Spanien oder vorab beim spanischen Konsulat in Deutschland. Du brauchst Reisepass, ausgefülltes Formular EX-15 und eine Begründung (z. B. Wohnungskauf, Arbeit, Studium).

Empadronamiento — die Anmeldung im Rathaus

Sobald du eine Wohnung hast, meldest du dich im örtlichen Rathaus (Ayuntamiento) an. Diese Bescheinigung — der Empadronamiento oder kurz Padrón — ist Voraussetzung für Krankenversicherung, Schulplatz, Führerschein-Umschreibung und vieles mehr. Mitbringen: Mietvertrag oder Eigentumsnachweis, NIE, Reisepass.

Krankenversicherung

Wer in Spanien arbeitet oder sich als Autónomo (Selbstständige:r) anmeldet, ist über die spanische Sozialversicherung versichert. Rentner:innen mit S1-Formular der deutschen Krankenkasse haben ebenfalls Zugang zum öffentlichen System (Sistema Nacional de Salud). Wer keinen Anspruch hat, schließt eine private Krankenversicherung ab — diese ist Pflicht, um sich dauerhaft anzumelden.

Steuerlicher Wohnsitz

Wer mehr als 183 Tage im Jahr in Spanien lebt, gilt als steuerlich ansässig — und versteuert sein Welteinkommen in Spanien. Das hat weitreichende Folgen, vor allem bei Renten, Kapitalerträgen und Immobilien in Deutschland. Eine gute Steuerberatung vor dem Umzug spart später viel Geld und Ärger.

Was sonst noch zu tun ist

Spanischen Führerschein nach zwei Jahren tauschen, Auto ummelden, spanisches Bankkonto eröffnen, deutsche Adresse abmelden (mit Bedacht — Konsequenzen für Versicherungen und Steuern prüfen), ggf. Schule für die Kinder anmelden. Sprachkenntnisse sind kein Muss, aber jeder Satz Spanisch öffnet Türen.

Häufige Fragen

Was kostet die Auswanderung nach Spanien?

Realistisch solltest du mit 5.000–10.000 Euro Startkapital rechnen: Kaution und Vormiete (oft 2–3 Monatsmieten), Umzug, NIE-Gebühren, Versicherungen und einen Puffer für die ersten Monate.

Kann ich mit Hund oder Katze nach Spanien?

Ja. Du brauchst einen EU-Heimtierausweis, einen gültigen Tollwutimpfschutz und einen Mikrochip. Bei der Wohnungssuche solltest du Haustiere früh ansprechen — viele Vermieter:innen sind kritisch.

Wie viel Spanisch muss ich vorher können?

In den großen Auswanderer-Regionen (Mallorca, Costa Blanca, Costa del Sol) kommst du anfangs mit Englisch oder Deutsch durch. Für Behörden, Arzt und Alltag im echten Spanien lohnt sich Spanisch von Anfang an.

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